Die meisten Menschen würden den Begriff „Hexe“ wohl vereinheitlichen. Verständlich, denn die Kräuter, Räucher- und Ritualslehre, hängt wie viele denken, nicht mit dem Ort an dem eine Hexe lebt zusammen. Höchstens die Art und Weise, die Intensität bzw. die Kunst der Magie dürfte sich unterscheiden. Doch bei genauerer Betrachtung rund um den modernen Hexenkult, der sich die letzten Jahre aufgebaut hat, kristallisierten sich zwei besondere Formen der Hexen heraus.

Es stehen sich seit Jahrzehnten zwei Lager gegenüber, aus denen sich die Hexenkunst durch unterschiedliche Art und Weise unterscheidet. 

Die Stadthexen vs. die Landhexen

Doch welche Hexen sind nun die „richtigen, die besseren“? 

Die Landhexen die es wie unsere Vorfahren halten, oder die Stadthexen die sich ihrer Umgebung anpassen?

Die gute Nachricht ist, dass es keine richtigen und falschen Hexen gibt, zumindest nicht im Sinne der Kraft der Magie. Doch es gibt Unterschiede, Hauptkriterien und unterschiedliche Arten die beiden Hexen zu erkennen. 

In diesem Artikel erfährst Du alles, was Du über diese beiden Hexenformen wissen musst:

  • wie unterschiedlich Rituale vollzogen werden, 
  • was es mit den Kloverbrennungsritualen auf sich hat und 
  • warum eine Stadthexe niemals am Wegesrand Kräuter sammeln würde.
  • Warum Stadthexen in der U-Bahn Rituale vollziehen, wogegen sich Landhexen mit der Magie des Mondes vor dem zu Bett gehen zudecken. 

Ring frei: Stadthexe vs. Landhexe

Die Stadthexen, welche in dicht besiedelten Gebieten leben, müssen zumeist mit größeren Menschenansammlungen zurecht kommen, sei es im Stadtpark, am Spielplatz oder aber auch im Naherholungsgebiet.

Sie haben direkte Nachbarn, leben mit ihnen Tür an Tür und bekommen verbal und nonverbal alle Formen des Zusammenlebens zwischen den Menschen mit. Das ist auch der Grund, weshalb sie es kennen, sich zu verbinden, mit den vielen  Energien gut zurecht zu kommen und mit dieser hohen Frequenz der Magie umzugehen. 

Wogegen Landhexen, welche in weniger besiedelten Gegenden leben, meist mit sich selbst und der Natur rund um deren Wohnorten zusammenleben. Sie besitzen meist eigene Häuser, größere Gärten und leben bestenfalls in der Nähe eines Waldes, vielleicht auch einem Fluss. 

Morgens können sie den Tag mit einem Spaziergang im eigenen Garten starten, wogegen es den Stadthexen oft nicht so einfach fällt, in die leise Natur dieser Welt zu kommen.  


Das unterschiedliche Kräutersammeln

Ich selbst habe in meiner Hexenschule beide Arten von Hexen vertreten. Doch auch ich musste als ehemalige Landhexe, mich der Stadt und ihren Gepflogenheiten anpassen. 

Dies begann schon mit dem Sammeln diverser Kräuter, denn die Stadthexen erklärten mir, mit einem Augenzwinkern ganz genau, wo sie sich um gute nahrhafte Kräuter umschauen können. Sie würden niemals an nahegelegen Naherholungsgebieten, an denen sich Mensch und Tier sammelt, eine Kräuterwanderung vollziehen.  Diese Aussage hörte ich so oft und mittlerweile kann ich sie sehr gut nachvollziehen. 

Hier erkennt man sehr einfach die Landhexen, die sich am Wegesrand in der Stadt nahrhaft gedrängte Kräuterelixiere zum Munde führen, wobei Stadthexen hier das Weite suchen würden und sich nur in den einsamen tiefen Wäldern das notwendige Kräuterwerk holen.  


Das brennende Hexenzimmer der Stadthexen

Keine Angst, niemand brennt sich selbst freiwillig seine Wohnräume nieder, jedoch gibt es eine sehr interessante Vorgehensweise, wenn es um die Verbrennungsrituale von Stadthexen handelt. 

Die meisten Rituale, benötigen alle vier Elemente, die des Feuers, des Wassers, der Erde und der Luft, alle Elemente werden zum Ritualsplatz gerufen und müssen auch physisch dort vorhanden sein.

Doch was sollten Stadthexen tun, wenn sie in Stille und mit sich selbst ein starkes mystisches Verbrennungsritual durchführen möchten, bestenfalls noch im Gesang der Hexensprache?

Genau! Sie machen es sich in deren eigenen Sanitärräumen gemütlich. Das fließende Wasser kommt von einer, hoffentlich sauber geputzten, Toilette und/oder durch eine eingelassene Badewanne. 

Fließend Wasser sollte es ein, vor allem bei Loslassritualen und genau das könnten sich die Landhexen nicht vorstellen. Sie setzen sich an einen Brunnen, einen Fluss in einer ruhigen Vollmondnacht und können ganz in Ruhe mit sich und den Vorfahren, zaubern, hexen und magische Feste vollziehen. 


Der magische Blumentopf

Wenn du den Artikel nun aufmerksam liest, müsste dir auffallen, dass noch drei Elemente fehlen, um in der Stadt ein magisches Ritual zu vollziehen. Genau! Die Luft. Diese holen sich beide Hexen automatisch, wogegen eine vermutlich gesünder ist. Das Feuer wird entweder durch ein Feuerzeug oder eine Kerze beigefügt, wobei sich selbst hier ein Unterschied auftut, denn die Landhexen haben den Vorteil eines freien Feuers, mit saftigem Holz und dem Duft der Räucherung, wogegen Landhexen durch die Mystik der Kerzen, in einem kuscheligen Badezimmer das „Feuer“ entfachen. 

Kaum auszudenken, wie es wäre, würde man städtens offene Feuer an Balkonen errichten und lauthals singend durch die Nachbarschaft tanzen.

Das letzte Element, welches noch fehlt, ist die Erde. Die Erde symbolisiert dabei die Urkraft, das Urvertrauen und die Erdung in jedem Ritual und damit dieses starke Hexenelement nicht fehlt, haben Stadthexen immer wohl gefüllte Blumenvasen, gar Töpfe zur Hand, aus denen sie sich bei Bedarf ein Häufchen Erde entnehmen. 


Spooky Rituale in der U-Bahn

Das wird den Stadthexen gerne zugeschrieben. Verhexen sie Menschen in der U-Bahn? Vollziehen sie dort Rituale? 

Ja sie tun es, aber nicht offensichtlich.

Wenn eine Stadthexe von ihrer Arbeit nachhause fährt, oder ihre Freundin besucht und dabei die öffentlichen Verkehrsmitteln nutzt, wird die Zeit der Reise nicht mit dem herkömmlichen Handysurfen verschwendet, nein, Stadthexen zaubern, sie hexen in ihren Köpfen und durch ihr Herz.

Das nennt man: „Die Magie der leeren Hände“ eine Technik, die bei unsere Hexenvorfahren gang und gäbe war. Dabei braucht es keine Werkzeuge, keine reellen Hexensymbole. Verbrennungsrituale werden im Kopf gemacht, die Energie der Menschen wird abgeschirmt. Direkt durch die Gedanken einer Hexe die in der Stadt lebt. 


Die Magie der leeren Hände

Du fragst dich vielleicht, ob die Landhexen diese alte Form der Hexerei auch nutzen? Nur bedingt, erfahrungsgemäß ist es nämlich so, dass Landhexen weniger Fremdenergien um sich herum haben, sie verbinden sich meist mit dem reinen Geist von Tieren und brauchen deshalb diese innere Form der Hexenlehre nur bedingt. 

Doch ab und an sehe ich auch eine Landhexe, die andere mit ihrem durchdringenden Blick ansieht, Augen durch die man durchsehen kann und dem unverkennbaren Schmunzeln, welches sie auf den Lippen trägt, wenn ein Zauberspruch funktioniert.

Mein Fazit dieser beiden bezaubernden Wesen:

Ich sehe in beiden Arten einen immensen Vorteil, denn ich habe beide Hexen in mir, wie auch viele meiner Hexentöchter und Söhne.

Der größte Vorteil:

einer Stadthexe ist meiner Meinung nach, dass sie gelernt hat, sich dem Leben anzupassen, sie mit allen Formen und Arten von Menschen umgehen kann und dass sie während dem lauten Klang der Stadtwelt, die innere Ruhe findet und in vollkommener Stille, ihre Magie versprüht.

bei den Landhexen liebe ich es, dass sie jede Sekunde am Tag, mit jeder Zelle ihres Körpers, die Welt der Natur einatmen, fühlen und spüren können. Wenn ich es auf den Punkt bringe, ist jedoch der größte Vorteil, dass sie den klaren reinen Mond sehen und sich mit seiner Magie nächtens zudecken können. 

Es ist nicht wichtig, welche Hexe du bist, wichtig ist nur, dass du dich an deine Umgebung anpassen kannst, bei dir selbst bleibst und dir immer zu helfen weißt. 

Liebe Hexentöchter und Söhne, es gibt keine besseren oder schlechteren Hexen, denn Hexen haben eines gelernt, sich anzupassen auf die verschiedensten Situationen, den unterschiedlichsten Orten und den Gegebenheiten in denen sie sich gerade befinden, ob sie nun am Land oder in der Stadt leben.

Denn die Magie ist überall.